ASKURIS

Anthropogene Spurenstoffe und Krankheitserreger im urbanen Wasserkreislauf: Bewertung, Barrieren und Risikokommunikation

Im Forschungsprojekt ASKURIS wurden das Auftreten und die Entfernung organischer Spurenstoffe und resistenter Krankheitserreger in urbanen Wasserkreisläufen erforscht. Neueste analytische Methoden wurden eingesetzt, um entlang des Wasserkreislaufes bekannte Substanzen in kleinsten Konzentrationen zu quantifizieren und unbekannte Spurenstoffe zu identifizieren. Deren Entfernung durch bestehende und zusätzliche technische Barrieren (Aktivkohle und/oder Ozon) wurde an unterschiedlichen Stellen des Wasserkreislaufes untersucht. Für eine Bewertung der technischen Barrieren wurden Kosten und Auswirkungen auf die Umwelt bilanziert. Toxische Effekte auf Mensch und Umwelt wurden untersucht, um ein eventuelles Risiko abschätzen zu können. Mit empirischen, sozialwissenschaftlichen Methoden wurde die Wahrnehmung von Risiken in der Bevölkerung analysiert. Die Forschungsergebnisse aus ASKURIS wurden in das Risikomanagementsystem des größten deutschen Wasserver- und -entsorgers integriert.

 

Die Projektergebnisse sind in den folgenden Kernbotschaften zusammengefasst:

Botschaft 1: Durch modernste analytische Methoden können neue anthropogene Spurenstoffe gefunden werden. Einige der bekannten und neu erfassten Stoffe treten im gesamten urbanen Wasserkreislauf auf.

Es sind erhebliche Fortschritte bei der Entwicklung von Analysemethoden für bisher nicht messbare organische Spurenstoffe erzielt worden, in Kooperation von Anwendern und Herstellern von Analysegeräten. Somit können dauerhaft auftretende Substanzen und deren Verhalten gezielt untersucht werden.

Botschaft 2: Durch die Verfahrensoptionen Ozonung und/oder Aktivkohleadsorption können viele organische Spurenstoffe wirksam entfernt werden, mit zusätzlichen Kosten und Auswirkungen auf die Umwelt.
Die Entfernungsleistungen der einzelnen Verfahren sind dabei abhängig von den Stoffen und von den Dosiermengen an Ozon bzw. Aktivkohle. Die Wirksamkeit zusätzlicher technischer Barrieren wurde in aufwändigen Pilotuntersuchungen nachgewiesen. Systematische Untersuchungen erlauben wichtige Prognosen, die zur Unterstützung großtechnischer Umsetzungen weiterentwickelt werden sollten.

Botschaft 3: Das Vertrauen der Bevölkerung in eine sichere Trinkwasserversorgung ist hoch, es besteht keine erkennbare Überschätzung von Risiken in der Trinkwasserqualität.
Medienbeiträge zu Spurenstoffen sind sachlich ausgewogen, aber die Kenntnisse in der Bevölkerung über die Wasserversorgung und Wasserqualität sind eher begrenzt. Es wird gewünscht, dass besser über die Qualität des Wassers informiert wird.

Botschaft 4: Wirkungen anthropogener Spurenstoffe auf Mensch und Umwelt konnten für reale Konzentrationen mit modernen biologischen Testmethoden nicht nachgewiesen werden.
Eine Aufnahme von Spurenstoffen durch den Menschen über das Trinkwasser konnte nicht bestätigt werden. Die Einschätzung von ökologischen und humantoxikologischen Risiken anthropogener Spurenstoffe bleibt aber weiterhin eine komplexe Aufgabe im Gewässer- und Gesundheitsschutz.

Das RiSKWa-Praxishandbuch enthält weitere Informationen zu den Ergebnissen aus dem Projekt ASKURIS.

 

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Ansprechpartner


  • Prof. Dr.-Ing. Martin Jekel

    • TU Berlin
    • Telefonnummer: 030 314 25058
    • Faxnummer: 030 314 23313
 

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